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Die Geschichte des Gutes Körchow

Körchow wird bereits 1230 im Ratzeburger Zehntregiter erwähnt. Da Henricus Huxit und Walter Panitz (später Penz) je anderthalb Hufe in Körchow besaßen, kann man davon ausgehen, daß ihnen das gesamte Dorf gehörte, denn das Zehntregister nennt nur die Hufe, von denen der Bischof den Zehnten erhielt.
Von Ende des 13. Jahrhunderts bis 1665 gehörte Körchow der Familie Bischwang (oder Bieswang).
Urkunden gibt es aus dem Jahre 1496. 1506 werden von Bieswang, Churt Veine und Bruder als Lehnsmänner auf der Burg erwähnt, was den Schluß zuläßt, daß zu dieser Zeit eine Burg und kein Herrenhaus in Körchow stand.
Wahrscheinlich wurden die Bischwangs als Folge des Dreißigjährigen Krieges durch Verschuldung gezwungen, das Gut zu verkaufen.
1665 kaufte Heinrich von der Lühe das Gut, es begann eine unruhige Zeit, in der das Gut immer wieder die Besitzer wechselte.

Postkarte Körchow

Postkartenansicht des Herrenhauses um 1900 - Bild: Schendel

So wurde es schon 1690 von dem Geheimen Rath von Witzendorf erworben.
1701 Joachim Mutzenbecher aus Hamburg
1726 Geheimer Rath von Clausenheim
1787 kaufte es ein gewisser Lembke
1819 kauft Carl Christian Friedrich von Schack das Gut und baut 1822 das letzte Körchower Herrenhaus. Dabei handelt es sich vermutlich um den südlichen Teil, von dem heute noch der Feldsteinsockel zu sehen ist.
1853 Joachim Seeler aus Klein Breesen
1862 Carl Heinrich Ludwig Satow, dieser machte 1886 Konkurs
1887 erwarb Hanns von Plessen für 620.500 Reichsmark das Gut aus der Konkursmasse.
1893 kaufte es Johann Brunst, starb aber schon 1894. Lucie Wedemeyer aus Püttelkow erbte das Gut, wollte es aber nicht behalten und verkaufte es 1895/96 an die von Bülow
1896 Otto und Werner von Bülow
1900 wurde das Gut schon wieder verkauft an den Kammerherren Arnold Waldemar von Frege-Weltzien aus Sachsen, der es immerhin 17 Jahre behielt.
1917 wurde Ehrenfried von Wolffersdorff der letzte Besitzer des Gutes, er verkaufte es 1933 zu Siedlungszwecken. Daraus entstanden Vierzig Neusiedlerstellen.

Abriß des Südflügels

Abriß des 1822 errichteten Südflügels 1976 - Bild: Schendel

1933 Aufsiedlung, den Resthof bekommt Karl Schulz aus Schwerin.
Bereits im Krieg ist das Haus ein Lager für die verschiedensten Güter.
Kurz nach dem 2.Weltkrieg wird der nördliche Teil des Herrenhauses teilweise abgerissen und als Lagerhalle für Düngemittel genutzt.
In den 50er Jahren wird daraus ein Tanzsaal, der später einen Parkettfußboden und einen Anbau mit Bühne erhält.
1976 wird der südliche Bau größtenteils bis auf den Feldsteinsockel abgetragen und durch einen eingeschossigen Bau ersetzt, der heute noch besteht.
Der neu errichtete südliche Gebäudeteil diente als "kleiner Saal", daneben war die Wohnung für den Gaststättenpächter. Im Bereich des Festsaales wurde eine Gaststätte eingerichtet, die bis 2002 betrieben wurde.
Seit 2002 stand das Haus leer.

Nachdem das alte Gutshaus in mehreren Etappen von 1960-1976 abgerissen und umgebaut wurde, war 2002 leider auch mit der neuen Nutzung als Veranstaltungsort und Gaststätte Schluß.

Das Haus war dem Verfall preisgegeben und diente der örtlichen Jugend als Abenteuerspielplatz.

Im März 2007 entschlossen wir uns nun, dieses Gebäude wieder mit Leben zu erfüllen. Obwohl Fundamente, Keller und zum Teil das Erdgeschoß noch von dem alten Herrenhaus erhalten sind, wird es vorerst keinen Wiederaufbau in den Zustand von 1900 geben.